Oracle hat am 27. Oktober angekündigt, Googles KI-Chips, die TPUs (Tensor Processing Units), über seine Cloud-Plattform Oracle Cloud Infrastructure (OCI) anzubieten. Google hatte TPUs im zweiten Quartal dieses Jahres bereits für externe Rechenzentren geöffnet; erstmals werden TPUs nun aber bei einem großen Cloud-Anbieter außerhalb von Google Cloud angeboten.
Was ist passiert?
Laut Data Center Knowledge wird Oracle Googles TPU-Familie der achten Generation anbieten: den TPU 8t zum Trainieren von Modellen und den TPU 8i zum Betrieb trainierter Modelle. Diese Chips sollen gegenüber der Vorgängergeneration bis zu doppelte Leistung pro Watt liefern, wobei der TPU 8t pro Dollar bis zu 2,7-mal und der TPU 8i bis zu 80 Prozent bessere Leistung bieten soll. Die TPUs sollen 2027 auf OCI verfügbar werden.
Im selben Zeitraum nahm Oracle auch Inferenz-Chips von Cerebras, SambaNova (mit einer separaten Ankündigung), Positron AI und die von OpenAI mit Broadcom entwickelten Chips in sein Angebot auf. Auch die Partnerschaft mit Nvidia wächst: Vera-Rubin-NVL72-Systeme und Vera-Prozessoren sind auf OCI allgemein verfügbar.
Laut CNBC ist dieser Schritt Teil von Googles Strategie, sein Chipgeschäft über die eigene Cloud hinaus zu tragen. Anthropic hat einen Vertrag über zig Milliarden Dollar zur Nutzung von bis zu einer Million TPUs abgeschlossen; auch OpenAI soll planen, TPUs von Google zu kaufen. Die Schätzungen von Analysten streuen weit: Für 2027 erwartet TD Cowen TPU-Verkäufe von 62,5 Milliarden, Wells Fargo von etwa 99 Milliarden Dollar.
Warum ist das wichtig?
Den Markt für KI-Chips dominiert seit Jahren Nvidia. Dass Google beginnt, TPUs auch in anderen Clouds zu verkaufen, bietet großen KI-Unternehmen eine ernsthafte Alternative und könnte den Preiswettbewerb verschärfen. Auch Cloud-Anbieter bündeln nun verschiedene Chips unter einem Dach, statt von einem einzigen Hersteller abhängig zu bleiben. Die Geschichte des ersten Prozessors, der auf einen einzigen Chip passte, haben wir in unserem Intel-4004-Beitrag erzählt.